Das richtige Shopsystem für Einsteiger (Teil 2)

Im ersten Beitrag gab es bereits sehr viele Reaktionen und Rückfragen. Wer diesen noch nicht kennt, sollte ihn vorher durchlesen: Das richtige Shopsystem für Einsteiger. Nachfolgend werden weitere OpenSource, Kauf- aber auch gehostete Systeme beschrieben, die sich Budget-Technisch im Rahmen halten und für den Selfmade-Shopbetreiber geeignet sind.


Plentymarkets
Bei Plenty handelt es sich nicht um die klassische Shop-Software, sondern um eine sog. gehostete Lösung. Der Shopbetreiber arbeitet auf dem System und den Servern von Plenty, und braucht sich um die Wartung, das Webhosting und die Pflege der Software nicht zu kümmern. Dafür ist eine monatliche Miete an Plentymarkets zu entrichten. Diese beginnt bei 39 € und richtet sich nach der Anzahl der Aufträge. Plenty eignet sich für alle Shopbetreiber die sich eine umfangreiche Lösung wünschen, aber keinerlei Zeit ins Hosting und die Wartung der Systeme stecken möchte. Es sind alle wichtigen Funktionen vorhanden, deutsche Zahlungsanbieter implementiert und eine sehr brauchbare Warenwirtschaftlösung implementiert. Den Vorteilen gegenüber steht, dass Plenty nicht an eigene Bedürfnisse anpassbar ist, und man eine recht teure Lösung wählt. Ein weiterer Pluspunkt könnte das anschließbare Kassensystem sein.


Smartstore
Bei Smartstore handelt es sich um eine kostenpflichtige Shopsoftware, die sich nach eigenenen Angaben an kleine und mittelständische Unternehmen richtet. Der Preis beginnt bei 199 €. Die Free-Version mit max. 20 Produkten und sehr eingeschränkten Funktionen dürfte kaum von Interesse sein. Um einen vergleichbaren Feature-Umfang zu erhalten, wie bei anderen vorgestellten Lösungen muss man mindestens 599 € investieren, um mit Attribut-Sets zu arbeiten fallen bereits 999 € an. Der Vorteil von Smartstore liegt in der sehr einfachen Administrationsübersicht, und dem Support bei Problemen. Leider bewegt man sich layouttechnisch in einem etwas festen Rahmen und findet auch kaum kostenlose Templates oder Erweiterungen.


Strato (Epages-Software)
Einen gehosteten Onlineshop von Strato erhält man bereits ab 19,90 € im Monat. Es handelt sich dabei um ein recht solides System, mit allen wichtigen Funktionen. Strato wirbt gerne mit dem “Partner-Vorteil”. Es handelt sich dabei um einige Gutscheine für Google Adwords, Pangora & Co. Man sollte seine Entscheidung allerdings keinefalls von diesem Paket abhängig machen. Die “kostenlosen” Leistungen sind sehr überschaubar. Bei Strato kann man aus vorgegebenen Templates wählen und diese teilweise in Farbe und bedingt am Aussehen anpassen. Man bewegt sich also nur im vorgegebenen Rahmen. Individualisierte Shops sind nicht wirklich möglich. Auch auf direkten, kostenlosen Support darf man nicht hoffen. Strato eignet sich in unseren Augen für Einsteiger, die sich nur bedingt auskennen und sich an die Installation eines Websoftware nicht herantrauen.


Joomla mit Virtuemart
Für das bekannte CMS-System Joomla gibt es natürlich auch eine Onlineshop-Komponente. Diese besitzt den Namen Virtuemart. Joomla ist relativ einfach zu bedienen und birgt, in Verbindung mit Virtuemart, optimale Möglichkeiten mehr Inhalte direkt in seinen Shop zu integrieren. Ob man das nun braucht oder nicht sei dahingestellt. Virtuemart bringt einen Großteil der wichtigen Funktionen mit sich, und bietet auch Schnittstellen zu den meisten Zahlungsanbietern. An einigen Stellen ist Virtuemart allerdings etwas holprig zu bedienen. Ein großer Nachteil von Virtuemart kann die Integration in Joomla sein. Braucht man kein vollwertiges CMS, macht es keinen Sinn den Ballast eines CMS-Systems mit sich zu ziehen. Ein weiterer Minuspunkt ist ein fehlendes Tutorial, dass den Shopbetreiber von Anfang an durch die Installation und Konfiguration führt. Man kann es sich zwar etwas aufwendiger zusammensuchen, doch bis man wirklich alles eingestellt hat, dauert es seine Zeit. Auch das offizielle Virtuemart-Buch ist nicht zu empfehlen.


JTL-Shop 2
Der JTL Shop 2 kostet einmalig 149 € und bietet die nahtlose Anbindung an die kostenlose Warenwirtschaftsoftware JTL Wawi. Diese Kombination dürfte die beste Lösung für stationäre Händler mit Ladengeschäft sein. An das Warenwirtschaftssystem lässt sich nämlich auch eine Kasse anbinden. JTL ist mehrsprachig, und bildet alle wichtigen Funktionen ab, die man benötigt. Templates sind per Smarty anpassbar, was im Gegensatz zu vielen anderen Lösungen zu sehr individuellen Systemen führen kann. Bisher gibt es leider keine, oder nur wenige Templates und Extensions für das System. Wer also nicht das Standard-Template oder eines der verfügbaren Kauftemplates nutzen möchte, muss auf einen Dienstleister zurückgreifen. Ein weiterer Knackpunkt sind die Zahlungsarten, die nicht sehr umfangreich sind. Schnittstellen zu gängigen Zahlungsanbietern sind nicht geboten.


FWP Shop
Der große Vorteile von FWP Shop liegt darin, dass er für den deutschen Markt entwickelt wurde. Das System bietet umfangreiche Funktionen, aber eine etwas holprige Administration. Die Community ist leider noch etwas klein, wobei man sich dort gerne bei Problemen hilft. Durch einen direkten Draht zum Entwicklerteam werden Wünsche und Änderungen recht schnell in das System integriert. Bislang halten sich sowohl Schnittstellen zu Zahlungsanbietern, Plugins und Extensions allgemein und die verfügbaren Templates sehr in Grenzen. Daher eignet sich FWP noch nicht für absolute Einsteiger. Allerdings sollte man das System auch nicht aus den Augen lassen. Es könnte sich noch in eine sehr interessante Richtung entwickeln.


Auch im zweiten Beitrag lässt sich erkennen, dass es eine Vielzahl an Shopsystemen gibt, und dass die Wahl des Richtigen Systems nicht unbedingt als einfach zu bezeichnen ist. Eine allgemeine Empfehlung lässt sich nicht aussprechen. Zu verschieden sind die Ansätze der einzelnen Shops und die Bedürfnisse der Shopbetreiber. Auch dieses mal freuen wir uns über Ergänzungen, Kritik und andere Kommentare.



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Kommentare

  1. 1

    asche am 22. Januar 2010 um 18:40 Uhr

    wosn teil 1 des artikels?

  2. 2

    asche am 22. Januar 2010 um 18:42 Uhr

    hab scho thx, hab nach nem link gesucht, aber es ist ja im text…immerhin^^

  3. 3

    Michael Karl am 22. Januar 2010 um 20:00 Uhr

    Habs mal fett gemacht, besser? ;)

  4. 4

    Kai Hebenstreit am 3. Februar 2010 um 14:54 Uhr

    Hallo – Ich habe mich im Rahmen eines eigenen eCommerce-Projektes über Systeme aus Deutschland informiert. Gerade in Sachen Rechtssprechung gibt es diverse Dinge zu beachten, die zusätzlich zu rechtlichen Texten auch die Bestellabwicklung betreffen. So muss zum Beispiel eine aktive Zustimmung zur Belehrung über Widerrufsrecht und die AGB vorgenommen werden. Bei meiner Suche bin ich auf die mittlerweile frei verfügbare Shopsoftware von OXID gestossen. Strukturiertes Template-System, zuweisbare Templates für Kategorien… Sollte sich jeder mal ansehen:

    http://www.oxid-esales.com/de/produkte/community-edition

    Das OpenSource-Paket kann jederzeit auf die vorhandenen Lizenzmodelle hochgestuft werden. Insgesamt ein sehr gutes Angebot. Ich entwickle gerade
    für mein Unternehmen ein Shop und muss sagen, dass die Arbeit gut voran geht… :-)

  5. 5

    Benjamin Bartels am 16. Februar 2010 um 12:28 Uhr

    Auch für Einsteiger super geeignet ist das Shopsystem von http://www.simplecommerce.de da es ein Webshop auf Mietbasis ist, um man sich selber um nix kümmern muss was den technischen Teil angeht.
    Das Shopsystem ist auch sonst sehr einfach zu bedienen, da es von Verkäufern für Verkäufer entwickelt wurde.

  6. 6

    Michael Karl am 16. Februar 2010 um 12:33 Uhr

    Schade, dass der vorige Kommentar nicht als Werbung gekennzeichnet wurde. Auf den ersten Blick sieht das System ganz nett aus, aber bereits der Demoshop ist wohl nicht ganz rechtssicher. Schade.

  7. 7

    Kai Hebenstreit am 16. Februar 2010 um 12:37 Uhr

    Schade, dass es noch keinen deutschen Ableger von Shopify gibt. Das System bietet echt ziemlich viele Vorteile für KMU´s.
     

  8. 8

    Michael Karl am 16. Februar 2010 um 12:40 Uhr

    Wenn die Entwicklung eines deutschen Shopifys von Interesse wäre, ist dies mal eine Überlegung wert ;)

  9. 9

    Kai Hebenstreit am 16. Februar 2010 um 12:54 Uhr

    Ich denke schon, dass es einen Bedarf auf Kundenseite gibt. Knackpunkt wird eher das Vergütungssystem sein. Bietet sich für Agenturen nicht an, da Sie in Vorleistung bei den monatlichen Abgaben gehen müssten. Aber wenn man ein System konzipiert, dass erstens rechtssicher ist, zweitens von Agenturen weiterverkauft werden kann und drittens im Design/Template-System flexibel ist… warum nicht… Allerdings bin ich Design-Berater, kein Developer ;-)


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Trackbacks

  1. t3n.de/socialnews am 18. Januar 2010 um 09:38 Uhr

    Das richtige Shopsystem für Einsteiger (Teil 2)…

    Nach Erfolg des ersten Beitrags ergänzen wir unsere Liste durch weitere Shopsysteme. Darunter finden sich Plentymarkets, Strato (Epages) und Co!…

  2. Das richtige Shopsystem für Einsteiger « Ecommerce Fachwissen am 18. Januar 2010 um 09:40 Uhr

    [...] Lesen Sie jetzt den zweiten Teil von “Das richtige Shopsystem für Einsteiger” [...]


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